„Es wird weniger zuhause gewaschen“ 

Nach drei Jahren Pandemie sind zahlreiche Auswirkungen im Alltag zu spüren – auch beim Thema Berufskleidung für die Pflegekräfte. Was hat sich geändert? Ein Blick in die Praxis. 


In vielen Pflegeinstitutionen war vor einiger Zeit bei den Mitarbeitern noch private Kleidung angesagt. Doch hier gab es in den letzten drei Jahren einen deutlichen Umschwung. Die Gründe? Zum einen sind heute immer mehr moderne Kollektionen auf dem Markt, die Professionalität zeigen und sich gleichzeitig sehr bequem tragen lassen. Zum anderen wurde die Sensibilisierung für das Thema Hygiene in Folge der Corona-Pandemie noch verstärkt. Mit Auswirkungen auf das Prozedere rund um die Berufskleidung des Pflegepersonals. 

So meint etwas die Heimleiterin des Bodemann-Heims „Diakoniestiftung Alt-Hamburg – die Diakonie“ Dagmar Thiessen: „Die Kleidung wurde lange vom Team selbst gekauft und gewaschen. Dazu gab es von uns einen Obolus. Denn wir wollten mit der Kleidung optisch einen Freizeitcharakter wahren. Und alles vermeiden, was die Menschen, die bei uns wohnen, an eine Klinik erinnert. Es sollte persönlich aussehen.“ Ein Umdenken brachte die Pandemie im Jahr 2020 und ein COVID-19-Ausbruch im Haus. In dem Zusammenhang galt es, das Hygienekonzept zu optimieren. Und damit auch die Arbeitskleidung für das Team. „Klar war allen: Die Zeiten, in denen die Kleidung mit nach Hause genommen und dort gewaschen wird, sind vorbei“, so die Heimleiterin. Als Konsequenz wurde mit dem textilen Mietdienstleister DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH zusammengearbeitet. Deren regionaler Partner DBL Ahrens stattet das Haus zunächst zügig mit Poolkleidung und später mit individualisierter Kleidung aus – und kümmert sich seitdem auch um die regelmäßige Aufbereitung aller Teile. 

Einheitliche Dienstkleidung wird akzeptiert 

Ähnlich konsequent verfahren wurde im Rahmen der Pandemie bei der Diakonie Ruhr, die mit über 30 Diensten und Einrichtungen sowie 3.000 Mitarbeitern in vielen Ruhrgebietsstädten präsent ist. „Seit Jahren handhabten wir es in allen stationären Altenhilfeeinrichtungen so, dass die Arbeitskleidung von den Mitarbeitenden selbst angeschafft und zuhause gewaschen wurde“, beschreibt Susanna Hoppe, Referentin für zentrale Beschaffung und Hauswirtschaft der Diakonie Ruhr. Auch weil diese den Bewohnern den häuslichen Charakter vermitteln wollten. Hier war weniger ein akuter COVID-19-Ausbruch Beschleuniger, sondern es wurde festgestellt, dass insbesondere Bewohner und Angehörige eine einheitliche Dienstkleidung gar nicht ablehnen. „Im Gegenteil – sie wollen gezielt die Ansprechpartner des Hauses auch als solche wahrnehmen.“ Diese Erkenntnis, aber auch der zunehmende Wunsch aus den Reihen der Mitarbeiterschaft, Berufskleidung nicht mehr mit nach Hause nehmen zu wollen, veranlasste auch die Diakonie Ruhr mit einem textilen Mietdienstleister, hier dem regionalen Partner DBL Böge, zusammenzuarbeiten. Denn dieser übernimmt verlässlich Ausstattung und eben die hygienische Pflege aller Kleidungstücke.  

Noch ein Blick in den Süden des Landes. Es geht zum Bayerischen Roten Kreuz, dem Kreisverband Rosenheim. Nachgefragt bei der dortigen stellvertretenden Leiterin der Ambulanten Pflege, Roswitha Eckstaller: „Für uns hat die Berufskleidung einen hohen Stellenwert. Es soll auf einen Blick sichtbar sein, von welcher Organisation man kommt. Darüber hinaus spielt auch die Hygiene in unserem Bereich, sprich der ambulanten Pflege, eine große Rolle.“ Schon vor der Pandemie wurde deshalb mit dem textilem Mietdienstleister DBL zusammengearbeitet, sprich einheitliche Kleidung extern geordert und gewaschen. Was war hier die Veränderung in der Pandemie? „In der Pflege wird die Kleidung täglich getauscht“, so Eckstaller. „Durch zusätzliche Poolkleidung ist es den Kolleginnen möglich, die Kleidung noch öfter zu wechseln.“ 

Optimale Hygienemaßnahmen geben Sicherheit 

Optimierte Hygienemaßnahmen verändern also den Umgang mit dem Thema Berufskleidung. „Wir hatten und haben in den letzten drei Jahren klar eine verstärkte Nachfrage nach unserer Dienstleistung“, bekräftigt Thomas Krause, Verkaufsleiter bei DBL Böge, der auch die Diakonie Ruhr ausstattet. „Einmal, weil wir sehr moderne und hochwertige Mietkollektionen im Programm haben. Und natürlich, weil wir die Berufskleidung in zertifizierten Waschprozessen und nach RKI-Vorgaben hygienisch aufbereiten. Das gibt den Teams in der Pflege Sicherheit.“ 

In der Branche bleiben die Hygienemaßnahmen in Bezug auf die Berufskleidung dennoch für viele Diskussionspunkt. Orientierung suchen die Pflegeinstitutionen so auch bei gesetzlichen Vorgaben. Grundsätzlich wird der Umgang mit Arbeitskleidung im Sinne der TRBA 250* durch das Gesundheitsamt überwacht. Hier eine Aussage von Dr. Johannes Nießen, Leiter des Gesundheitsamtes Köln: „Da in Ausbruchsgeschehen oft Fälle noch nicht bekannt sind und kontaminierte Arbeitskleidung nicht mit bloßem Auge zu erkennen ist, empfiehlt das Gesundheitsamt, zumindest während der Pandemie, Arbeitskleidung grundsätzlich durch den Arbeitgeber oder einen durch ihn beauftragten Dienstleister in einem zertifizierten Verfahren aufzubereiten.“ 

Kleidung vom Pflegepersonal selbst zuhause waschen zu lassen, scheint so immer mehr wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten… 

*Die TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“ konkretisiert im Rahmen ihres Anwendungsbereichs die Anforderungen der Biostoffverordnung. 


  
  

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